Die Zukunft der Arbeit. In unseren Augen ist sie vor allem von inhaltlicher und örtlicher Unabhängigkeit geprägt: selbstbestimmt und egal-wo-überall arbeiten können.
Während wir – ob selbstständig, freiberuflich oder semi-festangestellt – Ersteres immer öfter, überzeugter und erfolgreicher umsetzen, scheint Zweiteres sich eher auf die Wahl zwischen Wohnzimmer, den ICE zwischen Hamburg und Berlin oder dem örtlichen coworking space unseres Vertrauens zu beschränken. Dabei könnTEN wir Wissenarbeiter dank fest angewachsenem Kopf und transportablen Endgeräten doch immer und überall auf diesem Globus…
“Können” in Wunschform – denn nach nun mehr als einem Jahr in der Arbeitsnomaden-Szene fällt mir auf: so richtig tun wir es ja dann doch nicht – und damit meine ich jetzt nicht “im Urlaub mal die e-mail checken”, sondern bewusst mal eine Zeit in wärmeren Gefilden, spannenderen Metropolen oder völlig fremden Kulturen unserer Erwerbsarbeit nachgehen. Aber warum tun wir es nicht? Wegen der nicht ganz so mobilen Kunden, unseren Familien oder unserer persönlichen CO2-Bilanz?
Vielleicht auch, weil wir web-sei-dank immer und überall in der Welt “mit dabei” sein können… oder immerhin haben wir das Gefühl, dass wir immer mit dabei sein könnTEN. Global hoch vernetzt – ganz ohne CO2 – suchen wir vor allem erstmal lokal nach der realen Verwurzelung. Nicht gegenläufig, sondern Hand in Hand: wenn wir unsere online-Vernetzung auch offline fest verankern. Ein bisschen wie alte Erasmus-Freunde aus der Uni-Zeit in Kopenhagen auf facebook wiederfinden – nur eben andersherum.
Das Bestreben, das online erlernte Netzwerkverhalten oder gar online aufgebaut Netzwerke offline zu verifizieren, ist meistens da von Erfolg gekrönt, wo physische Nähe gegeben ist – vielleicht weil es weniger zeitaufwendig, weniger kostspielig und weniger mental und kulturell herausfordernd ist.
Sind das vielleicht die Grenzen unserer örtlichen Unabhängigkeit als “mobile workers”? Beinhaltet diese Unabhängigkeit von uns selbstständigen Unternehmern vielleicht gar keine internationale oder gar globale Komponente? Weil der Globus zu groß und unbegreifbar ist und wir uns lieber auf die bekannten kleinen Welten um uns herum beschränken? Reicht uns deswegen der Ortwechsel zwischen Büro des Kunden, diesem Starbucks-Verschnitt am Bahnhof und dem heimischen Küchentisch? Weil wir gar nicht immer und überall sein wollen, weil es zu viele Optionen gibt – und diese zu viel Unbekanntes mit sich bringen, dass im Erwerbsalltag nur störend wäre? Denn am Ende des Tages haben wir einen Job zu erledigen, eine Deadline zu schaffen, einem zufriedenen Kunden eine Rechnung zu stellen, eine Familie zu ernähren. Was soll ein Ortswechel da noch an Mehrwert bringen?
Was wir nicht kennen, können wir nicht vermissen… und dennoch: uns scheint das Gefühl zu beschleichen, dass in den unbekannten Gefilden noch mehr von dem auf uns wartet, was wir bereits versuchen umzusetzen – ein Leben und eine Arbeitswelt mit Werten wie Kollaboration, Offenheit, Zugang, Nachhaltigkeit und Austausch.
Wie ich darauf komme: besonders in den letzten Wochen purzelten einige emails in unsere Kontakt-Inbox von anderen spaces auf dieser Welt, mit “Freundschaftsanfragen” und dem Wunsch nach Austausch. Mit dem Effekt, dass auch aus unserer Outbox eben solche mails verschickt wurden. Das ist alles nicht ganz neu – Kooperationswünsche zwischen spaces hat es schon immer gegeben. Aber die Häufung dieser Anfragen in den letzten Monaten deutet auf eine Intensivierung dieser Entwicklung hin, die wir nun in die community weiterleiten wollen.
Erstmal ganz klein: In den nächsten Monaten werden sich verschiedene spaces hier im blog vorstellen.
Dann ein zweiter Schritt: man könnte ja einander gemeinsam besuchen – nicht auf nen Kaffee, sondern zum Arbeiten, zum Inspiriert-werden, zum Vernetzen.
Are you game?

Yay, das hast du also heute gechrieben, deswegen klappte das CoWorden auch so perfekt! (:
Ein wirklich schöner Artikel, ich bin ja froh das die Hamburger das Coworking für sich immer mehr entdecken, aus ihren Home Office Ecken herauskommen und sich trauen das zu tun was bei euch am besten geht, lokale Kontakte zu knüpfen zu Menschen die auf selber Wellenlänge eingestellt sind.
Du hast meiner Meinung vollkommen recht, als Nomade durch die Welt zu ziehen ist eine ziemlich traurige Angelegenheit. Auch einfach an einem Traumstrand anzudocken ist langweilig. Zu schnell geht einem auf den Sack was man zu Hause auch als nervig empfindet aber da hat man es schon länger ausgehalten! ;)
Der Traum von 100′iger Flexibilität ist eben nur ein Traum, ich denke der Mensch braucht ein Dorf von Freunden, Bekannten und Familie um sich herum – gerade in der Arbeit.
Freue mich total auf die Vorstellung der anderen Spaces und würde hiermit sogar vorschlagen das wir uns nen Bus mieten und CoWorker-Austausche machen, so wie damals nach Frankreich oder Schweden nur eben in einen anderen Space. Oder zumindest CoWorking übergreifende Events. Ich fang dann mal an, zuerst ist Kölle dran, dann Berlin! wer kommt mit?
A brilliant website. I enjoyed it a lot.
Cool article here. I found it to be very well written and will stay upto date with future articles.