Week 128

Wir rasen mit riesigen Schritten auf das Ende des Jahres 2012 zu. Was für ein Jahr! Ich habe es aber nicht so mit Jahresrückblicken, darum nur kurz meine Gedanken der letzten Wochen. Die irgendwie für das ganze Jahr stehen.

Ich war in London. Ein kurzer aber unglaublich inspirierender Besuch. Nicht nur die Stadt, gerade die Detailverliebtheit in vielen Läden hat mich umgehauen. Besonders angetan hat es mir die Ozone Coffee Roasters in Shoreditch. Ich habe dort nicht nur den vielleicht besten gefilterten Kaffee meines Lebens getrunken (Kenyan Peaberry Micro-Lot), sondern bin von dem Konzept der offenen Küche und Rösterei sehr begeistert. Das ermöglicht eine ungeahnte Nähe zwischen Rösterei und Gästen. Neben Kaffee und leckeren anderen Dingen bekommt jeder Gast eine Glasflasche mit Wasser. Sehr toll. Darum gibt es ab jetzt im betahaus auch große, verschließbare 1l Wasserflaschen, die mit an den Arbeitsplatz genommen werden können. Ganz einfach.

Mit dem Smartphone in der Hand unterwegs in den Straßen Londons, habe ich dann am Donnertag den Rekord von Protonet, einem bei uns im betahaus ansässigen Startup, miterlebt. Die Jungs haben über Seedmatch 200.000 EUR in nur 48 Minuten eingesammelt. Ein Rekord. Glückwunsch an die Jungs von Protonet. Das Funding, in ihrem Fall ein partiarisches Darlehen (ein Nachrangdarlehen mit fester Beteiligung am Gewinn), welches durch seinen eigenkapitalähnlichen Charakter aber als Grundlage für weitere Finanzierungen und Kredite genutzt werden kann. Die Frage für mich an dieser Stelle: Bereits 3 Tage vorher konnten alle Dokumente (Businessplan, etc) eingesehen werden, aber: Wer macht das denn? Wer hat schon die Zeit, sich durch alle Dokumente in  allen Details einzulesen und zu verstehen? Das spannende bei allen Crowdfunding-Projekten ist, dass dort nur kleine Summen investiert werden, also das individuel wahrgenommene Risiko vergleichbar klein ist. 250 EUR sind besser zu verkraften als mehrere 1.000 EUR.

Am Samstag war ich dann zusammen mit Tom Rippin, dem Gründer von On Purpose, für Studenten der SDW im Hub Westminster zu einer Session zum Thema Entreprenership eingeladen. Betreten kann man den im New Zealand House Nähe Trafalgar Square gelegenen Coworking Space übringens nur durch eine Sicherheitsschleuse. Schon ein komisches Gefühl.

Mein Themenbereich bei der Session war der Finanzierungsteil. Habe dann als Einstieg die Protonet Geschichte erzählt – danach gab es dann keine anderen Themen, nur noch Crowdfunding. Das war sehr spannend, weil eben viele Fragen zu IP und Ähnlichem gestellt wurden. Aber man konnte förmlich merken, wie so ein Schalter umgelegt wurde: Oh, da gibt es noch etwas anderes als VC Gelder da draußen. Schöne Session mit vielen offenen und interessierten Studenten. Gut so!

Neben Wasserflaschen haben wir jetzt auch einen neuen Bierhersteller – Ratsherrn. Ein tolles (das Pils auch, aber gerade das Pale Ale) Bier, lokal in Hamburg hergestellt. Ich würde euch beim nächsten Besuch im betahaus unbedingt ein Pale Ale empfehlen.

Unsere Freunde vom Zweimeilenladen haben am Wochenende zu einem Christmas Construction Camp eingeladen. Dort wurden Flaschen zerlegt, Papier gefaltet und – der Blinken Button gebaut. Seit Jahren habe ich mal wieder gelötet, und – tada – der Button läuft ganz einwandfrei. Danke an Marcus.

Jetzt noch unsere betahaus Weihnachtsfeier am Donnertag genießen. Dann Weihnachtsferien. Wir sehen uns dann im neuen Jahr wieder!

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