Das betahaus Hamburg hat Insolvenzantrag gestellt

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UPDATEbetahaus startet neu - alles gut!
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Liebe Community,

wir haben heute eine schwere Entscheidung fällen müssen: Das betahaus Hamburg hat Insolvenz angemeldet.

Was für viele von euch sicherlich aus heiterem Himmel kommt, ist auch für uns eine Notbremsung. Ihr habt vielleicht mitbekommen, dass das betahaus nicht immer brechend voll war. Das war neben jüngsten Weggängen von langjährigen Usern natürlich ein Teil des Problems. Eine Zeit lang bestand die Hoffnung, dass durch andere Einnahmen wie Events ausgleichen zu können, zumindest bis wir mit einer neuen Immobilie die Bedürfnisse unserer User besser hätten abdecken können. Das hat sich neben quasi täglich neu entdeckten Liquiditätsproblemen in den letzten Wochen leider nicht bewahrheitet. Zuletzt wurde auch noch klar, dass der Umzug sich ein weiteres Mal verzögern wird und somit die Überbrückungszeit zu lange gewesen wäre, um das kaufmännisch noch verantworten zu können. Intensive Gespräche mit der Stadt, mit unserem Vermieter und mit der Kreativgesellschaft, die außerordentlich hilfsbereit waren, konnten das leider nicht entschärfen – die Lage eskalierte so kurzfristig und zugleich so nachhaltig, dass wir keinen Ansatz sahen, die Community da noch zu involvieren. Was rein insolvenzrechtlich vermutlich eh problematisch gewesen wäre.

Aber was bedeutet das nun für die betahaus-Community? Die betriebswirtschaftlichen Aufgaben wird nun voraussichtlich ab Mitte nächster Woche im Wesentlichen ein Insolvenzverwalter übernehmen. Gleichzeitig werden unseres Wissens (wir sind keine Juristen) aber im Normalfall die Gehälter der Angestellten noch für drei Monate übernommen, bis geklärt worden ist, ob das Unternehmen gerettet werden kann. Das heißt konkret, dass der Space bis auf weiteres offen sein sollte und auch Personal da ist. Sollte sich im Laufe des Insolvenzverfahren eine Schließung abzeichnen, werden wir natürlich all unsere Kontakte nutzen, damit alle User übergangslos eine neue ansprechende Bleibe finden. Wir werden also alles tun, dass das Geschäft unserer User nicht darunter leidet. Toll wäre natürlich, wenn sie bis zu dieser Entscheidung bei uns bleiben würden.

Die geplanten Veranstaltungen der nächsten Wochen wollen wir im Rahmen dieser Möglichkeiten natürlich wie vorgesehen stattfinden lassen und hoffen, dass ihr die Gelegenheit nutzt, vorbei zu kommen und das Gespräch mit uns zu suchen.

Gibt es denn eine Chance, das betahaus noch zu retten? Der Insolvenzverwalter wird schauen, ob genug Masse für ein ordentliches Verfahren da ist. Falls ja, kann er versuchen, das betahaus zu sanieren und eine neue Perspektive zu eröffnen. Das wäre natürlich der beste Weg, den die Gesellschafter und das Team nach Kräften unterstützen würden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

In jedem Fall werden wir alles dafür tun, das betahaus bis Mitte Juli offenzuhalten, um auf unserer für den 12.7. geplanten Geburtstagsparty zumindest gebührend Abschied zu feiern und uns bei euch für drei tolle Jahre zu bedanken.

Wir werden euch so oder so über die nächsten Schritte natürlich auf dem Laufenden halten. Lasst uns auch alle Möglichkeiten nutzen, dazu auch noch einmal das persönliche Gespräch zu suchen, ob im betahaus selbst oder über unsere Online-Kanäle – uns jedenfalls ist sehr daran gelegen.

 

26 thoughts on “Das betahaus Hamburg hat Insolvenzantrag gestellt

  1. Sehr, sehr schade. Ich hätte Euch und auch ganz Hamburg gegönnt, dass es funktioniert hätte.

    Ich war zwar meist nur Gast, da ich immer bei Kunden vor Ort arbeiten musste, empfand aber das betahaus als das “coworkigste” Space dieser Art in Hamburg und war dort auf vielen, vielen Events.

    Hoffentlich findet sich noch eine Lösung.

  2. Das ist ganz großer Mist. An dieser Stelle noch mal ein fettes Dankeschön an alle Beteiligten vom betahaus für dieses geile Projekt und die Arbeit die Ihr da reingesteckt habt. Bleibt zu hoffen dass das plötzliche und drastische Aus wenigstens als eine Art Wake-up-Call bei den richtigen Stellen ankommt. Hamburg braucht Orte wie das betahaus, ganz ganz dringend!

  3. Seit 2 Jahren bin ich regelmäßiger User im betahaus. In der letzter Zeit sogar fast täglich. Trotz eines Büros in Frankfurt ist das betahaus jedoch mein “echtes” Büro, und die CoWorker meine “Kollegen”.

    Das ist ein echter Schlag… die Hoffnung stirbt zuletzt.

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  5. Das ist nicht nur sehr, sehr schade, sondern wäre -wie bereits Adrian festgestellt hat- ein enormer Verlust für die Stadt Hamburg als Standort für die Kreativ- und IT-Wirtschaft. Ich habe das betahaus Hamburg als einzigartigen Schmelztiegel für innovative Ideen und Projekte abseits des Mainstreams kennengelernt und muss sagen, dass hier viele nützliche Kontakte zustande gekommen sind. Auch habe ich einige Vordenker und beeindruckende Persönlickeiten, von denen in Zukunft noch zu hören sein wird, hier kennengelernt.

    Ich habe den Eindruck, dass die Bedeutung und Wichtigkeit eines Ortes wie es das betahaus ist leider noch nicht in den Köpfen einiger Entscheidungsträger angekommen ist. Dabei wächst das Interesse in Medien und Öffentlichkeit kontinutierlich.

    Ein großer Dämpfer für die mutigen Macher in Hamburg!

    Den Vergleich zur Hauptstadt erspare ich mir.

  6. Schade, schade, schade … ich hab’ das Haus zwar nur ganz wenig genutzt, da ich räumlich zu weit entfernt bin, jedoch jede Minute dort genossen. Ich habe dem Projekt von Anfang an sehr viel Sympathie zukommen lassen und es weiter empfohlen. Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder … Es wäre zu wünschen!

  7. 2.752 weiteren Personen gefällt betahaus Hamburg.
    Jeder nen 5er in die Sammelbüchse??! Einen Tag lang auf ne Schchtel Kippen verzichten? Würde mehr helfen, wie jede Mitleidsbekundung!!

  8. Ein herber Rückschlag für die “Zukunft der Arbeit”. Aber wie heißt es immer, einen Schritt zurück und zwei vor. Und außerdem, genau diese Dinge sind es, von denen wir am meisten lernen.

  9. Wenn das Hamburger Betahaus seine Pforten für immer schließen muss, wäre das ein großer Verlust für Hamburg. Ich war dort bei einigen Abend Veranstaltungen und Workshops, wie z.B. “This Happened”. Die Atmosphäre die im Betahaus herrschte war für mich persönlich sehr inspirierend und ich fühlte mich an den Londoner Shoreditch Roundabout erinnert.

    Falls sich Möglickeiten zur Teilnahme an Unterstützungsaktionen geben, würde ich als bisher eher passiver User gerne aktiv dabei sein.

    Carsten D.

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  15. Sorry,
    aber wenn mein Chef so souverän über mein Gehalt für die kommenden Monate schreiben würde, wäre ich sauer. “Wir sind keine Juristen, aber…” – wow! ;)

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  17. Hi, ich habe das gerade gelesen. Das ist echt schade. Betahaus war eine Institution in diesem Bereich in Hamburg!

    Falls es jemand hier helfen sollte, wir haben bei uns zurzeit zwei Co-Working/ Arbeitsplätze frei. Sind ja auch in der Nähe der Reeperbahn (Holstenstrasse 9).

    Bei Interesse:kontakt(@)green-affiliate.de

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