Im betahaus hatten wir ja schon häufiger auch netzpolitische Veranstaltungen. Umso mehr freuen wir uns, dass das der Open Data Network e.V. und der Government 2.0-Netzwerk Deutschland e.V. gemeinsam eine hochkarätig besetzte Veranstaltung zum Thema Open Data und Informationsfreiheitsgesetz veranstalten. Dazu ein Gastbeitrag von fukami, der die Veranstaltung maßgeblich organisiert und uns ins Thema einführt:
Open Data steht für nicht personenbezogene, nicht dem Datenschutz unterliegende staatliche Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit ohne Einschränkung zur freien Nutzung, Weiterverbreitung und Weiterverwendung zugänglich gemacht werden. In vielen Bundesländern und Kommunen ist es bereits Praxis, Daten aus Politik und Verwaltung öffentlich zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören z. B. Dokumente aus Parlamenten und Ausschüssen, Haushalts-, Verkehrs-und Geodaten oder Informationen zu staatlichem Eigentum. Allerdings sind die Daten oft so aufbereitet, dass sie sich nicht ohne weiteres weiteres verarbeiten lassen, und der Mehrwert der darin enthaltenen Informationen sich nicht ohne weiters erschließt. Zudem sind in der Verwaltung einige Veränderungen in den Prozessen erforderlich, um einer größtmöglichen Öffnung der Daten nachkommen zu können.
Bei Open Data – als Teil-Strategie von Open Government, also offenem Regierungs- und Verwaltungshandeln – steht Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern noch am Anfang. Es wird unterschiedlich interpretiert, außerdem gibt es noch eine Reihe von rechtlichen oder technischen Detailfragen, die geklärt werden müssen. Zur Ausarbeitung und Einführung von Open Data-Strategien bieten sich verschiedene Wege an. Ein gutes Beispiel ist Bremen, das zur Öffnung seiner Verwaltungsdaten („Open Government Data“) den Weg über die Novellierung das Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) gegangen ist. Dort wurden einige interessante Erfahrungen gemacht, die auch für Hamburg von Interesse sind.
Am Dienstag, den 30.8.2011, laden der Open Data Network e.V. und der Government 2.0-Netzwerk Deutschland e.V. um 19:30 Uhr herzlich ins betahaus zu einem Open Data-Abend ein, um die Perspektiven von offenen von verschiedenen Seiten aus und mit den Teilnehmern zu beleuchten. Die Veranstaltung wird eingangs aus Impulsvorträgen bestehen. Dabei wird es zum Beispiel um die Lehren aus dem Bremer IFG gehen sowie um technische Hintergründe von Open Data.
Nach diesen kurzen Statements wird es interaktiv, denn geplant ist nun eine offene Diskussion, an der sich nicht nur die Referenten beteiligen, sondern auch die übrigen Teilnehmer. Denn Ziel der Veranstaltung ist es, auszuloten, ob regelmäßige Gesprächskreise das Thema Open Government / Open Data in Hamburg perspektivisch unterstützen können. So könnte sich ein regelmäßiger Open Data-Kreis mit der Klärung von noch offenen Detailfragen beschäftigen, die sich bei Open Data stellen, z. B. Datenschutzaspekte, verwaltungsrechtliche und technische Probleme.
Die Impulsvorträge werden gehalten von:
Claas Hanken, ehemaliger Mitarbeiter des Institut für Informationsmanagement Bremen (Ifib), welches Bremen bei der Novellierung des Informationsfreiheitsgesetzes und der Implementierung einer Open Government Data-Strategie wissenschaftlich hat
Friedrich Lindenberg von Open Knowledge Foundation, verantwortlich für verschiedene Open Data-Anwendungen (z. B. „Offener Haushalt“).
Eine Anmeldung ist nicht notwendig, aber um einen Überblick zu bekommen wäre eine Zusage beim Facebookevent hilfreich.