Spontan, aber keineswegs ohne Gesprächsthemen, besuchten Johannes Vogel, Bundestagsabgeordneter der FDP, und Christoph Giesa, noch Otto-Mitarbeiter und ehemaliges FDP-Mitglied, das betahaus | hamburg.
Wie auch schon beim Besuch von Christian Lindner am 13. Februar drehten sich die Gesprächsthemen um die Gründungskultur, die derzeitige Situation in Deutschland und die Probleme von Gründern.
Wie kann die Politik ein besseres Umfeld für Freelancer und Gründer schaffen? Wie ist es zu schaffen, aussichtsreichen Ideen zu einer unkomplizierteren Umsetzung zu verhelfen? Konkret – wie können Startups an Geld kommen, wie lässt sich die Bürokratie einer Gründung reduzieren und Probleme vermeiden?
Mit dem nötigen politischen Background und ohne zu viel Träumerei bewegte sich die Runde der User, die “nicht im Netz, sondern das Netz leben”, von Finanzierungsideen – Gründungs-Bafög, Gründungs-Fonds und einem neuen Gründungszuschuss – über die bürokratischen Probleme – der rechtzeitigen Anmeldungen und Scheinselbstständigkeit – bis hin zu einer besseren Gründungskultur. Letztere solle vor allem dem langfristigen Erfolg gelten, denn, so bemerkt Jörn Hendrik Ast, “das Problem ist nicht, finanziert zu werden, sondern zu überleben.”
Besonders kritisch bei der Gründung sei die Phase vom Beginn bis zu dem Zeitpunkt, an dem man sagen kann: “Ich kann davon leben.” Zur Überwindung sei eine möglichst unabhängige Finanzierungsmöglichkeit nötig, welche nicht zu kompliziert zu erhalten und trotzdem bodenständig sein sollte. Eine Art Gründungszuschuss ohne Trittbrettfahrer, ein Fonds in der Art des altbekannten Bausparvertrags oder doch eher die Bafög-Variante mit Rückzahlung der Finanzierungssumme durch Beteiligung an späteren Einnahmen?
Fragen, die in so kurzer Zeit nicht ausreichend diskutiert und erst recht nicht geklärt werden konnten. Deshalb fährt das betahaus – oder zumindest einige User des betahauses – nach Berlin. In den Bundestag. Am 10. Mai werden sich netzpolitische Vertreter und Wirtschaftspolitiker der betaFront aus Hamburg stellen und – so zumindest der Plan – konkrete Vorschläge zur Vereinfachung von Gründungen in Form eines 10-Punkte-Papiers erarbeiten.
Wenn ihr euch selbst schon mal Gedanken zu diesen oder ähnlichen Fragen gemacht habt, solltet ihr uns diese nicht vorenthalten. Mailt sie, twittert uns oder postet sie hier. Wie es weitergeht, lest ihr dann bald hier.
Übrigens: ich bin der Neue hier, höre auf den Namen Jakob und werde die nächsten Monate als Praktikant im betahaus verbringen. Da ich mit dem operativen Geschäft wenig am Hut haben werde, kann ich mich diversen Projekten widmen und den Blog beleben. Anregungen jeder Art nehme ich selbstverständlich sehr gerne und auf dem Weg eurer Wahl entgegen – zur Verfügung stehen Twitter, Xing, Facebook und die bewährte Mail.

